Digital Na(t)ive
Das mag ich so an der analogen Welt: Beim Bücherlesen sind wir alle gleich. Meine Oma, meine Mama, ich. Klar haben wir alle unsere persönlichen Vorlieben. Aber einen halbwegs passablen Roman können wir problemlos auf die Runde schicken und uns alle an ihm erfreuen – ohne Medienbruch, verzweifelte Anrufe und Fehlklickstakkatos.
Für mehr Realität in Fotokisten
In meiner Kiste tummeln sich abgetrennte Köpfe, unscharfe Gesichter und Linoleumportraits ebenso wie Linsen-Finger, Disaster-Hair-Days oder Urlaubsfotos bei Nacht und ohne Blitz. All diese halben und ganzen Menschen haben irgendwann einmal eine Rolle in meinem Leben gespielt. Vielleicht keine große; aber zumindest waren sie wichtig genug, eine von 24 Aufnahmen meines Farbfilms auf sie zu verwenden.
Alleingeburt und Hebammenkreißsaal
Ich wollte eine Geburt so natürlich wie möglich. Ich wollte Wehenschmerz spüren. Das volle Programm – wenn schon, denn schon. Und dennoch, zumal als Erstgebärende, für mein Baby natürlich so viel Sicherheit wie nötig.
Die Halbwertszeit der Augenringe
In meinem Kopf fühlt es sich an, als hätten tausend kleine Siebenschläfer ihre Streichholzbettchen aufgestellt. Augenblicklich ziehen sie sich, bereit fürs Überwintern, ihre winzigkleinen gestreiften Schlafmützen auf die Köpfchen.
Bruder ist da!
Ich fühlte mich im Kreißsaal so fit, dass ich am liebsten direkt nach Hause spaziert wäre. Zu Fuß, mit meinem Sohn im Kinderwagen und einem kleinen Abstecher ins Barösta, um mit Freunden bei einem koffeinfreien Käffchen über die letzten Stunden zu klönen. Und jetzt. Zwei Wochen später. Bin ich der milchgebende Zombie.